Freitag, 11. Juli 2008

Wandern!


Fünf Tage unterwegs im Rila Gebirge.




Start war in Borovetz, Namensgeber der leckeren Waffeln, ältester Ski-Resort-Ort in Bulgarien und guter Ausgangspunkt der Tour, da er stolzer Besitzer einer Gondel ist, die T. und mich gleich mal auf 2300 Meter beförderte. Vorbei an den sieben Mussala Seen wanderten wir gemütlich auf den höchsten Gipfel des Landes (namens Mussala), wo wir dann in der Wetterstation übernachten konnten. Am nächsten Tag ging es am Kamm entlang, mit bester Aussicht auf das Gebirge mit seinen unzähligen Seen weiter zu den Ribni Esera, wo wir unsere zweite Nacht verbrachten. Da die sehr netten Menschen in der Hütte meinten, zum Rila Kloster wären es nur vier bis fünf Stunden, machten wir uns erst nach dem Mittagessen auf den Weg, was sich als nicht so günstig herausstellte, da wir mit Umweg zu der Höhle des heiligen Ivan Rilski erst spät abends zum Ziel gelangten. Im Kloster konnten wir nicht übernachten, weil es schon um 19.00 seine Holztüren schließt, dafür genossen wir die Ruhe und Schönheit des Ortes früh morgens, als noch keine Touristenscharen mit den Bussen hochbefördert wurden. Danach kämpften wir uns durch die Höhenmeter, um die dritte Bergkette zu besteigen und wurden belohnt mit dem wunderschönen Ort der Sieben Seen. Mit müden Beinen und unzähligen Blasen erfreuten wir uns an den leckeren Omeletts des Hüttenwirtes und erholten uns für den letzten Abstieg am nächsten Tag.

Mittwoch, 18. Juni 2008

Istanbül!

Kurz vor dem Hausarbeitenendspurt durfte ich noch einen Kurzurlaub in der Riesenstadt genießen. Nach guten sieben Stunden Busfahrt, vorbei an unendlichen langen Feldern mit weißen und schwarzen Störchen, brennenden Müllbergen, Moscheen die wie kleine Schildkröten aussehen, kam ich an dem größten Busbahnhof, den ich je gesehen habe, an.


Ja, was kann man schreiben über diese unglaublich große und faszinierende Stadt mit ihren tausend Winkeln und Gassen, die entdeckt werden wollen, die großartigen Düfte auf dem Gewürzbasar, die vielen mal lustigen, mal nervigen Händler und Restaurantbesitzer, die bunten, verfallenen, oder restaurierten Häuschen, das Frühstück im Hostel über den Dächern von Istanbul, die vielen Stände überall, wo man alles erdenklichen kaufen kann, das pulsierende Leben tagsüber und nachts in dem Ausgehviertel, das lautstarke Feiern des 3:2 Sieges, die leckeren frischen Melonen, das „europäische“ Stadtpanorama von asiatischer Seite oder vom Galata-Turm aus, an dem man sich einfach nicht satt sehen kann, der Muezzin, der alles andere übertönt, der kalte Bosporus in dem man vom Boot hineinspringt, der Eisverkäufer der irgendwann doch die Eistüte hergibt, die vielen Lichter in der römischen Zisterne, die sich im Wasser spiegeln, die Mächtigkeit der Hagia Sofia, in der man sich ganz winzig fühlt, der köstliche Fisch-Kebab........



Und zum Schluss gibt's noch ein paar Bilder von den unübersehbaren Sehenswürdigkeiten!

Mittwoch, 11. Juni 2008

Veliko Tarnovo

Nachdem ich erfolgreich meinen Sprachkurs (nein ich bin nicht mehr rausgeworfen worden!) abgeschlossen habe und die Uni nun sowieso dem Ende zu geht, bin ich mit T. und Mama in die mittelalterliche Hauptstadt Bulgariens gefahren. Zur Zeit der Zaren galt „Tarnovo das Große“ als zweitschönste Stadt nach Konstantinopel und wenn man sich die ganzen Souvenirlädchen in der Altstadt und die unzähligen Gasthäuser wegdenkt, bekommt man eine kleine Ahnung davon, wie beschaulich es einmal aussah. Eingerahmt von dem Balkangebirge und durch einen Fluß von den Hügeln außenherum abgeschnitten, steht die Festung Zaravez, in welcher der Zar mit seinem Gefolge (und vor allem den Kirchen nach zu urteilen anscheinend vielen Mönchen) wohnte. Die uneinnehmbar erscheinende Festung ist sehr beeindruckend, die Bemalung der Kirche aus den 80ern war allerdings ein ziemlicher Schock für meine Augen ;)

Am zweiten Tag fuhren wir nach Arbanassi, ein kleines Dorf 4 Kilometer von Veliko Tarnovo entfernt, von dessen 80 Häusern an die 30 denkmalgeschützt sind, und wo auch zwei Klöster zu finden sind. Leider waren die einzigen Straßenschilder und Wegweiser nur zu den Restaurants und Hotels ausgerichtet, aber schlussendlich fanden wir eines der Klöster und fuhren dann auch wieder zurück.

Sonntag, 1. Juni 2008

Im Tal der Rosen










Ein paar Fakten für
den Anfang: Bulgarien ist zweitgrößter Exporteur von Rosenöl (erster Platz belegt die Türkei – dafür ist das bulgarische Öl teurer). Jeden Sommer blühen Millionen von Rosen im sogenannten Tal der Rosen zwischen Karlovo und Kasanlak am Fuße des Balkangebirges. Letzte Woche war das Fest der Rosen mit Kürung der Rosenkönigin in Karlovo und an diesem Wochenende begann das Festival in Kasanlak. Meine Tanzgruppe war eingeladen, an dem Tanzwettbewerb teilzunehmen und so fuhr ich am Samstagmorgen mit T. nach Kasanlak. Dort angekommen hatten wir noch vor unserem großen Auftritt ein wenig Zeit, durch den Ort zu schlendern, die Second-Hand Läden – wo das Kilo Kleidung 4€ kostet –abzuklappern und eine um den Kreisverkehr tanzende Hochzeitsgesellschaft anzuschauen. T. wollte am Wettbewerb zwar nicht mittanzen, obwohl wir vorab viel geübt haben, war aber dafür die große Attraktion. Er musste dem bulgarischen Fernsehen sein Können zeigen und wurde vom Bürgermeister mit einem kleinen Geschenk beehrt. Am Abend gingen T. und ich mit der Gruppe in ein bulgarisches Riesenrestaurant, um dort unseren Sieg zu begießen, mit den anderen Feiergesellschaften zu tanzen und Folklore vom feinsten zu genießen. Großartig war die Show der professionellen Tänzer und die Frau die auf glühenden Kohlen lief.










Sonntagmorgen dann fuhren wir raus aufs Rosenfeld um die Blüten zu pflücken, dabei den wunderbaren Duft einzuatmen und mit einer Tüte voller Rosen weiterzufahren zu einem erst vor ein paar Jahren entdecktem thrakischen Königsgrab. Das war eigentlich früher ein Tempel, aber als der König starb, wurde er darin beerdigt und der Tempel zu geschüttet und als Hügel getarnt. Schlussendlich ging es im Duftebus (es hatte fast jeder ein paar Rosen gesammelt) wieder nach Hause.

Samstag, 31. Mai 2008

Und so sehen die Gewinner aus:

Wo bin ich ;)


Montag, 26. Mai 2008

Die spinnen, die......

Seit einer guten Woche schon wird auf Sofias Straßen ganz kräftig gehupt, gerufen und gejohlt. Dicke, teure, vorzugsweise schwarze Autos, meist mit dem Stern verziert, außen mit Luftballons und innen mit herausgeputzten jungen Frauen und Männern geschmückt (also richtig rausgeputzt mit Abendgarderobe undso), fahren im Korso in der Stadt herum. Halten sie an, springen sämtliche Insassen heraus, zählen lautstark von 1 bis 12, danach folgt das Fotoshooting. Warum diese Menschen ausgerechnet die „schönsten“ Ecken von Sofia (z.B. anfahrende Uralt-Straßenbahn, Bushaltestellen – wobei wenigstens der Mülleimer gerade nicht brennt...) für ihren Hintergrund wählen, sei dahingestellt. Nachdem ich so einige Theorien aufgestellt habe, die zwischen Massenjunggesellinnenabschieden oder Frühlings-/Sommerfeierlichkeiten schwankten, erfuhr ich irgendwann, dass eigentlich „nur“ die Abiturienten ihren Abschluss von 12 Jahren Schule feiern und dass sie das ein wenig lauter und ein wenig öfter (also 10 Tage reichen doch...?) bekannt geben.

Donnerstag, 8. Mai 2008

Tschiprovzi – Belogradtschik – Vidin – Belgrad







In meinen Osterferien war ich mit T. unterwegs in diesem schönen Land, diesmal im Nordwesten. Tschiprovzi war das erste Ziel, ein kleines Dorf, ganz beschaulich eingerahmt vom alten Balkangebirge an der Grenze zu Serbien. Kleine und große, verfallene und neue Häuschen mit sehr vielen sehr alten und freundlichen Menschen, die auf ihren Eseln zu ihren Feldern reiten, auf den Bänken vor ihren Häusern die Sonne genießen und darauf warten, von den zwei Touristen angesprochen zu werden, um weiterzuhelfen und ihre gefärbten Ostereier herzuschenken.

Nach 2 ½ Tagen Erholung pur, aufgrund der wunderschönen Landschaft, der klaren Luft, der wärmenden Sonne und nach der ersten Tour dieser Reise auf dem Eco-Pateka (=Öko Weg), der sich leider als Asphaltstrasse herausstellte, fuhren wir weiter nach Belogradtschik. Dieser Ort wiederum ist berühmt für seine alte Festung und den Felsformationen, die manchmal aussehen wie Gesichter oder Tiere und deshalb nahezu alle einen Namen bekommen haben. In der Gegend gibt es auch sehr viele Höhlen und durch einen glücklichen Zufall trafen T. und ich nach der Burgbesichtigung ein paar Wanderer mit Karte (leider ist es sehr schwierig, Wanderkarten zu finden), auf der wir eine Tour sahen, die an einer Höhle vorbeigeht. Die Wegmarkierungen sind nicht wie gewohnt in regelmäßigen Abständen zu finden, im Gegenteil muss man immer Ausschau nach Punkten an Bäumen halten, die aber manchmal nur von der einen Richtung aus zu sehen sind. Es gab ein paar wenige Schilder, die darauf hinwiesen, was auf diesem Weg noch kommen wird (Quelle, Theater, Museum, Höhle), leider ohne irgendwelche Zeit- oder Längenangaben. Wir hatten dennoch Glück, da anscheinend an diesem Tag schon jemand diesen Weg gegangen war und die Spur manchmal gut erkennbar war, an der wir uns zusätzlich orientieren konnten. Insgesamt wanderten wir auf dem Weg an die 10 Stunden und glücklicherweise fanden wir pünktlich zum Anbruch der Dunkelheit den Weg zurück. Dafür wurden wir mit atemberaubender Landschaft, grandiosen Ausblicken, Blumenwiesen, eine sehr großen Höhle und einem Amphitheater mitten im Wald aus kommunistischer Zeit belohnt.




Vidin war das nächste Ziel, eine kleine Stadt an der Donau im Länderdreieck Rumänien-Bulgarien-Serbien. Leider hatten wir das Pech zu einer Zeit in die Stadt zu kommen, als eine Rallye stattfand, weshalb alle Hotels belegt waren. Wir fuhren mit dem Taxi eine geschlagene Stunde in der Stadt herum, nur um festzustellen, dass nirgendwo ein Zimmer frei ist, was selbst der nette Taxifahrer nicht glauben wollte. (Aber wir lernten, dass ein Stunde Taxifahrt für ca. 10 Euro auf jeden Fall einem Fußmarsch vorzuziehen ist!) Völlig frustriert wurden wir vor dem Lieblingsrestaurants des Taxifahrers abgesetzt, und dort von dem Restaurantbesitzer gerettet. Wir bekamen erst einmal hausgemachten Wein und Rakija hingestellt, dann verließ er uns mit den Worten, „Milan wird schon machen“. Nach zwei Stunden, wir hatten noch gar nicht verstanden, was er vorhatte, legte er uns die Schlüssel von einem kleinen Zimmer auf den Tisch, das noch dazu günstiger war als alle anderen, die wir zuvor aufgesucht hatten. Die nächsten Tage hatten wir dann Zeit, die Festung Baba Vida an der Donau zu erkunden, nach Rumänien mit dem Feribot zu fahren, dort die leckersten aller Tomaten mit richtig guten Würsteln zu essen.

Die Weiterfahrt nach Serbien war auch ein kleines Abenteuer, denn es gibt zwischen Bulgarien und Serbien nur eine offizielle Bus- oder Zugverbindung, die ausgerechnet in Sofia startet und direkt nach Belgrad geht. Aber nachdem wir so nahe an der Grenze waren, wollten wir nicht zurück nach Sofia fahren, sondern probierten, möglichst nahe an Serbien zu kommen, um dann dort zu Fuß über die Grenze zu laufen. Es gab in Vidin einen kleinen Minibus zu dem Grenzdörfchen, dessen Fahrer uns netterweise bis fast vor die Grenze fuhr, und vorbei an den wartenden LKWs spazierten wir ohne Probleme rüber und wurden dann von einem sehr netten Serben („ich faaahrrre deutsches Auuuto“) in die nächste Stadt mitgenommen. Von dort wollten wir weiter nach Belgrad und nachdem der Bahnangestellte sich vor Lachen nicht mehr eingekriegt hat, bei der Frage wie lange denn der Zug nach Belgrad braucht, nahmen wir den Bus. In den knapp sechs Stunden Fahrt hatten wir sogleich die Gelegenheit, einen kleinen Einblick in Leben und Sitten von Serbien zu gewinnen, da in diesem Bus die verschiedensten Menschen versammelt waren. Fasziniert von der pulsierenden Hauptstadt Belgrad und begeistert von den vielen netten und hilfsbereiten Menschen, hatten wir noch ein paar abschließende schöne Tage, die nur von dem seltsamen Hostel (bzw. den Gestalten im Hostel) ein ganz klein wenig gestört wurden und fuhren dann mit dem „Express“ in 10 Stunden zurück nach Sofia.