Fünf Tage unterwegs im Rila Gebirge.










Kurz vor dem Hausarbeitenendspurt durfte ich noch einen Kurzurlaub in der Riesenstadt genießen. Nach guten sieben Stunden Busfahrt, vorbei an unendlichen langen Feldern mit weißen und schwarzen Störchen, brennenden Müllbergen, Moscheen die wie kleine Schildkröten aussehen, kam ich an dem größten Busbahnhof, den ich je gesehen habe, an.
Ja, was kann man schreiben über diese unglaublich große und faszinierende Stadt mit ihren tausend Winkeln und Gassen, die entdeckt werden wollen, die großartigen Düfte auf dem Gewürzbasar, die vielen mal lustigen, mal nervigen Händler und Restaurantbesitzer, die bunten, verfallenen, oder restaurierten Häuschen, das Frühstück im Hostel über den Dächern von Istanbul, die vielen Stände überall, wo man alles erdenklichen kaufen kann, das pulsierende Leben tagsüber und nachts in dem Ausgehviertel, das lautstarke Feiern des 3:2 Sieges, die leckeren frischen Melonen, das „europäische“ Stadtpanorama von asiatischer Seite oder vom Galata-Turm aus, an dem man sich einfach nicht satt sehen kann, der Muezzin, der alles andere übertönt, der kalte Bosporus in dem man vom Boot hineinspringt, der Eisverkäufer der irgendwann doch die Eistüte hergibt, die vielen Lichter in der römischen Zisterne, die sich im Wasser spiegeln, die Mächtigkeit der Hagia Sofia, in der man sich ganz winzig fühlt, der köstliche Fisch-Kebab........
Und zum Schluss gibt's noch ein paar Bilder von den unübersehbaren Sehenswürdigkeiten!
Nachdem ich erfolgreich meinen Sprachkurs (nein ich bin nicht mehr rausgeworfen worden!) abgeschlossen habe und die Uni nun sowieso dem Ende zu geht, bin ich mit T. und Mama in die mittelalterliche Hauptstadt Bulgariens gefahren. Zur Zeit der Zaren galt „Tarnovo das Große“ als zweitschönste Stadt nach Konstantinopel und wenn man sich die ganzen Souvenirlädchen in der Altstadt und die unzähligen Gasthäuser wegdenkt, bekommt man eine kleine Ahnung davon, wie beschaulich es einmal aussah. Eingerahmt von dem Balkangebirge und durch einen Fluß von den Hügeln außenherum abgeschnitten, steht die Festung Zaravez, in welcher der Zar mit seinem Gefolge (und vor allem den Kirchen nach zu urteilen anscheinend vielen Mönchen) wohnte. Die uneinnehmbar erscheinende Festung ist sehr beeindruckend, die Bemalung der Kirche aus den 80ern war allerdings ein ziemlicher Schock für meine Augen ;)
Am zweiten Tag fuhren wir nach Arbanassi, ein kleines Dorf 4 Kilometer von Veliko Tarnovo entfernt, von dessen 80 Häusern an die 30 denkmalgeschützt sind, und wo auch zwei Klöster zu finden sind. Leider waren die einzigen Straßenschilder und Wegweiser nur zu den Restaurants und Hotels ausgerichtet, aber schlussendlich fanden wir eines der Klöster und fuhren dann auch wieder zurück.







In meinen Osterferien war ich mit T. unterwegs in diesem schönen Land, diesmal im Nordwesten. Tschiprovzi war das erste Ziel, ein kleines Dorf, ganz beschaulich eingerahmt vom alten Balkangebirge an der Grenze zu Serbien. Kleine und große, verfallene und neue Häuschen mit sehr vielen sehr alten und freundlichen Menschen, die auf ihren Eseln zu ihren Feldern reiten, auf den Bänken vor ihren Häusern die Sonne genießen und darauf warten, von den zwei Touristen angesprochen zu werden, um weiterzuhelfen und ihre gefärbten Ostereier herzuschenken.
Nach 2 ½ Tagen Erholung pur, aufgrund der wunderschönen Landschaft, der klaren Luft, der wärmenden Sonne und nach der ersten Tour dieser Reise auf dem Eco-Pateka (=Öko Weg), der sich leider als Asphaltstrasse herausstellte, fuhren wir weiter nach Belogradtschik. Dieser Ort wiederum ist berühmt für seine alte Festung und den Felsformationen, die manchmal aussehen wie Gesichter oder Tiere und deshalb nahezu alle einen Namen bekommen haben. In der Gegend gibt es auch sehr viele Höhlen und durch einen glücklichen Zufall trafen T. und ich nach der Burgbesichtigung ein paar Wanderer mit Karte (leider ist es sehr schwierig, Wanderkarten zu finden), auf der wir eine Tour sahen, die an einer Höhle vorbeigeht. Die Wegmarkierungen sind nicht wie gewohnt in regelmäßigen Abständen zu finden, im Gegenteil muss man immer Ausschau nach Punkten an Bäumen halten, die aber manchmal nur von der einen Richtung aus zu sehen sind. Es gab ein paar wenige Schilder, die darauf hinwiesen, was auf diesem Weg noch kommen wird (Quelle, Theater, Museum, Höhle), leider ohne irgendwelche Zeit- oder Längenangaben. Wir hatten dennoch Glück, da anscheinend an diesem Tag schon jemand diesen Weg gegangen war und die Spur manchmal gut erkennbar war, an der wir uns zusätzlich orientieren konnten. Insgesamt wanderten wir auf dem Weg an die 10 Stunden und glücklicherweise fanden wir pünktlich zum Anbruch der Dunkelheit den Weg zurück. Dafür wurden wir mit atemberaubender Landschaft, grandiosen Ausblicken, Blumenwiesen, eine sehr großen Höhle und einem Amphitheater mitten im Wald aus kommunistischer Zeit belohnt.
Vidin war das nächste Ziel, eine kleine Stadt an der Donau im Länderdreieck Rumänien-Bulgarien-Serbien. Leider hatten wir das Pech zu einer Zeit in die Stadt zu kommen, als eine Rallye stattfand, weshalb alle Hotels belegt waren. Wir fuhren mit dem Taxi eine geschlagene Stunde in der Stadt herum, nur um festzustellen, dass nirgendwo ein Zimmer frei ist, was selbst der nette Taxifahrer nicht glauben wollte. (Aber wir lernten, dass ein Stunde Taxifahrt für ca. 10 Euro auf jeden Fall einem Fußmarsch vorzuziehen ist!) Völlig frustriert wurden wir vor dem Lieblingsrestaurants des Taxifahrers abgesetzt, und dort von dem Restaurantbesitzer gerettet. Wir bekamen erst einmal hausgemachten Wein und Rakija hingestellt, dann verließ er uns mit den Worten, „Milan wird schon machen“. Nach zwei Stunden, wir hatten noch gar nicht verstanden, was er vorhatte, legte er uns die Schlüssel von einem kleinen Zimmer auf den Tisch, das noch dazu günstiger war als alle anderen, die wir zuvor aufgesucht hatten. Die nächsten Tage hatten wir dann Zeit, die Festung Baba Vida an der Donau zu erkunden, nach Rumänien mit dem Feribot zu fahren, dort die leckersten aller Tomaten mit richtig guten Würsteln zu essen.